Sozial-emotionales Lernen als wichtiges Element von Lehrplänen in der EU

Carmel Cefai, Paul A. Bartolo, Paul Downes
Analytischer Bericht, 2017
  • Die Kurzfassung in deutscher Sprache finden Sie hier.

Bedauerlicherweise kommen heute viele Kinder und Jugendliche in Europa mit schweren sozialen und emotionalen Belastungen in die Schule. Diese beeinträchtigen natürlich ihre Lernfortschritte und ihr psychisches Wohlbefinden. Zu den zahlreichen Problemen, die den Bildungserfolg beeinträchtigen können, gehören Armut und soziale Ungleichheit, Mobbing und Cyber-Mobbing, familiäre Konflikte, Konsumdenken, Medien- und Spielsucht, schulischer Druck und Stress, Einsamkeit und soziale Isolation, Migration, Menschenhandel, Mobilität und sich verändernde Familien- und Gesellschaftsstrukturen.

Weltweit befürworten immer mehr Politiker und Bildungsexperten einen spezifischen Ansatz, um mit diesen Problemen umzugehen: das sozial-emotionale Lernen (SEL). Durch SEL sollen Kinder die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und zum Selbstmanagement entwickeln und ihr soziales Bewusstsein und die Qualität ihrer Beziehungen zu anderen verbessern. Diese Kompetenzen befähigen Kinder, sich selbst und andere zu verstehen, die eigenen Gefühle auszudrücken und zu regulieren, gesunde und liebevolle Beziehungen aufzubauen, sich in andere einzufühlen und mit anderen zusammen zu arbeiten, Konflikte konstruktiv zu lösen, gute, verantwortungsvolle und ethische Entscheidungen zu treffen und soziale und schulische Aufgaben zu bewältigen. Schulen können allen Kindern sozial-emotionales Lernen anbieten, insbesondere aber denjenigen, die aufgrund unterschiedlicher Formen von Benachteiligung unter zusätzlichen Problemen leiden.