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13.

Fachübergreifendes Arbeiten

Problembeschreibung

Bildung ist ein wichtiges Element zur Schaffung eines intelligenten, nachhaltigen und inklusiven Europa. Außerdem spielt das Bildungssystem eine wichtige Rolle dabei, erste Hinweise auf Lernschwächen zu erkennen und auf Benachteiligungen durch frühzeitige Intervention und die langfristige Unterstützung gefährdeter Kinder und Jugendlicher zu reagieren[1]. Allerdings reicht Bildungspolitik allein nicht aus, um die schulischen Nachteile auszugleichen, unter denen bestimmte Schülergruppen leiden. Bildungschancen werden von einer Kombination aus persönlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst. Daher sind bereichsübergreifende Ansätze wichtig, um die Bildungspolitik mit verwandten Politikfeldern zu verknüpfen, wie z. B. Beschäftigung, Wirtschaft, soziale Eingliederung, Jugend, Gesundheit, Justiz, Wohnraum und Soziales. Die Politik in diesen Bereichen sollte außerdem darauf abzielen, regionale Ungleichgewichte in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu korrigieren[2].

Bildungspolitische Konsequenzen

Die Unterteilung der staatlichen Politik in einzelne Bereiche wie Bildung, Gesundheit, Soziales usw. ermöglicht sachverständige und zielgerichtete Fördermaßnahmen. Mangelnde Koordination und ungenügende Nutzung von Synergien zwischen diesen Politikbereichen führt allerdings zu einer segmentierten Denkweise und kann verhindern, dass die vielen, einander verstärkenden, Nachteile, unter denen manche Kinder und deren Familien leiden, nicht im Gesamtbild wahrgenommen werden. Dadurch wird Zuständigkeit fragmentiert und Probleme werden nicht umfassend gelöst, weil jede Maßnahme nur einen Teilaspekt betrifft und das Problem nicht in seinen Zusammenhängen stellt und langfristig löst. Daten deuten darauf hin, dass sich koordinierte breit gefächerte Lösungen am besten eignen, um die Auswirkungen mehrere sich überlagernder Nachteile auszugleichen oder abzuschwächen, die schulische Erfahrungen, den Erwerb von Kompetenzen und damit Beschäftigungsfähigkeit und Lebenschancen beeinträchtigen, auch wenn genau diese Lösungen für Politiker besonders schwierig zu finden sind[1][3]. Weil die Schulen die einzigen Stellen sind, in denen das Wohlergehen aller Kinder und Jugendlichen regelmäßig überwacht werden kann, empfiehlt es sich, diese übergreifenden Maßnahmen zum Ausgleich mehrfacher Benachteiligungen in den Schulen zu konzentrieren und um diese herum aufzubauen. Dies ist eine erfolgsversprechende Strategie für eine allgemeine aktive Inklusion[4].

Empfehlungen

Neue Denkansätze für die Bildung (2012) und andere Initiativen der Europäischen Kommission[5] haben erkannt, dass koordinierte politische Maßnahmen notwendig sind, um die Chancengleichheit in der Bildung zu verbessern. Die Empfehlungen Investitionen in Kinder: Den Kreislauf der Benachteiligung durchbrechen fordern einen ganzheitlichen Ansatz und mehrdimensionale Maßnahmen gegen Benachteiligung und Ausgrenzung[6]. Angesichts der verstärkten Gefährdung durch die Wirtschafts- und die Flüchtlingskrise ist Eile geboten. Dabei erfordern diese koordinierten, breitgefächerten Ansätze nicht unbedingt zusätzliche Mittel, sondern eher eine neue und effizientere Verwendung bestehender Mittel. Bereichsübergreifende Ansätze bedeuten gleichzeitig, nicht erst zu reagieren, wenn Probleme auftreten, sondern stärker auf Präventionsprogramme und frühzeitige Interventionsmaßnahmen zu setzen und die Maßnahmen unterschiedlicher Akteure besser zu koordinieren – und damit effizienter und intelligenter zu machen – was in Zeiten knapper Mittel besonders wichtig ist[1]. Die Arbeit der Schulen im Kampf gegen Benachteiligung sollte Teil einer umfassenden Strategie für Chancengleichheit und Inklusion sein.